04.06 Vertragsredaktion

04 Verträge in digitalen Projekten

Auch Nicht-Juristen können Verträge redigieren

Einen Vertrag zu redigieren ist grundsätzlich nicht schwierig, und man muss dafür nicht Juristin oder Jurist sein; sie haben nur mehr Übung.

Das A und O: Klarheit

Das A und O der Vertragsredaktion ist, dass der Text klar und für alle verständlich ist. Der Vertrag muss nicht nur den Parteien einleuchten, sondern auch für Dritte verständlich sein, denn oft sind es nicht die Personen, die den Vertrag ausgehandelt haben, die ihn später anwenden. Im schlimmsten Fall befassen sich Anwältinnen und Richter damit. Dazu gehört die Struktur: Punkte, die zusammengehören, etwa die Zahlungsmodalitäten, stehen unter demselben Titel.

Verträge sind für den Regen gemacht

Verträge werden nicht für den Sonnenschein geschlossen, sondern für den Regen. Ob ein Vertrag gut ist, zeigt sich, wenn etwas schiefläuft. Deshalb gilt beim Redigieren das Worst-Case-Denken: Was kann schiefgehen, und was passiert dann? Juristinnen und Juristen sind hier im Vorteil, weil sie täglich mit Problemfällen zu tun haben. Nach meiner Erfahrung sind Chatbots genau darin sehr gut: Auch Juristen fallen nicht alle Worst Cases ein, ein Chatbot listet in Sekunden auf, was in einem Vertragsverhältnis schiefgehen kann. Das macht ihn zum Worst-Case-Partner für alle, die einen Vertrag redigieren.

Prompt: Worst Cases finden

Zuerst die Fakten eingeben (Parteien, Leistung, Preis, Dauer), Namen und Firmendaten anonymisieren (siehe Kapitel 14.03.04 Chatbots). Dann:

«Liste zehn Dinge auf, die in diesem Vertragsverhältnis schiefgehen können, für jede Partei. Nenne zu jedem Punkt die Klausel, die das Problem regeln sollte.»

Changemanagement und Eskalationsverfahren

Bei langfristigen Verträgen ändern sich die Umstände, und das führt zu Streit. Deshalb gehören ein juristisches Changemanagement und ein Eskalationsverfahren in den Vertrag (siehe Kapitel 11.02 Eskalationsverfahren).

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