Kausalhaftung

Die Kausalhaftung unterscheidet sich von der Verschuldenshaftung nach Art. 41 OR in einem Punkt. Bei der Kaushalftung haftet der Verursacher auch ohne Verschulden. Die Haftung ist bei der Kausalhaftung mit einer bestimmten Konstellation verbunden. Ein Beispiel dafür ist die Haftung eines Motorfahrzeughalters nach Art. 58 des Strassenverkehrsgesetzes (SVG). Gemäss dieser Bestimmung haftet der Motorfahrzeughalter nicht, weil ihn ein Verschulden trifft, sondern lediglich darum, weil er Halter des Motorfahrzeuges ist (besondere Konstellation), inbesondere auch dann, wenn er einen Unfall gar nicht selber verursacht, d.h. jemand anders fährt, als er. Die rechtspolitische Begründung dieser Haftung, einer sogenannten Gefährdungshaftung, liegt darin, dass Autofahren generell ein grosses Risiko darstellt, das ja nur schon der Schweiz über 200 Menschenleben jährlich fordert (s. Info ASTRA 13.03.2018). D.h. eigentlich müsste man das Autofahren generell verbieten. Weil die Allgemeinheit aber von einem hohen Nutzen des Autofahrens ausgeht, ist Autofahren mit Bewilligung (Fahrprüfung, Fahrausweis) erlaubt. Die Halter eines Autos unterliegen aber einer generellen, strengen, eben einer Kausalhaftung.